Mini tour 1.

Das Gespensterdorf - Die Gefängnisse der Hölle - Das 'Jerusalem der Val d'Elsa'

Toiano, Lari, San Vivaldo

 

Für diese Mini tour empfiehlt sich das Übernachten hier: "A Casa di Lizzy" B&B

Das Gespensterdorf  "TOIANO"

 Toiano war im frühen Mittelalter ein typisches Dorf, mit einem Schloß, einer Pfarrei und Zugbrücke am Eingang. Wegen seiner vorteilhaften Position über eine ausgedehnte Zone der 'Val d'Era', wurde es von den lucchesischen, pisanischen und fiorentinischen Herrschern lange Zeit umkämpft. Aus dieser Periode sind nur noch die Brücke und die nunmehr entweihte Kirche, San Giovanni Battista, aus dem XI. Jh. stamment, erhalten geblieben. Heute ist Toiano ein gespenstischer Ort, komplett ohne Einwohner. Die Abwanderung begann in den 20ziger Jahren und ließ sich nicht mehr stoppen, bis der Ort nur noch eine leere Kulisse war. Toaino ist von einer zauberhaften Landschaft umgeben, inmitten pisanischem Hügelgelände und den charakteristischen, sandigen Furchen, über denen sich Volterra erhebt. Beim Durchwandern der Straßen und dem Anblick der leerstehenden Häuser, noch voller Hausrat und anderen Gerätschaften, macht sich bei der hypnotischen Stille eine gespenstische Atmosphäre breit. Dieser Ort brachte sich Ende der 40ziger Jahre mit dem brutalen Mord an der 'Bella Elvira' in die Schlagzeilen der Zeitungen. Besagte Elvira Orlandini, 20 jährig, wurde am 5. Juni 1947, dem Fronleichnamsfest, im benachbarten Wald, genannt 'Die Schlucht der Wölfin', erstochen aufgefunden. Das Verbrechen wurde ihrem Verlobten angelastet, der daraufhin ins Gefängnis kam, aber 2 Jahre später, als unschuldig, wieder entlassen wurde. Dieses Verbrechen ist nie aufgeklärt worden. Zur Erinnerung an dieses schöne, unglückliche Mädchen, wurde eine Grabsäule an die zum Ort führende Straße errichtet, sie zeigt ihr lächelndes Gesicht.

 

 12 KM, 16 MINUTEN

Das 'Il Grano e l'Uva' findet man im historischen Zentrum von Peccioli. Ein Lokal auf Wein spezialisiert, läd aber auch zum Essen in seinen kleinen, gemütlichen, mit Tonnengewölbe geschmücktem, Saal ein. Es werden u.a. Spezialitäten mit Trüffeln oder Pistazien angeboten, aber auch Brot und andere Teigwaren aus biologischem, lokalen Anbau, mit diversen Getreidearten. Die Attribute der Bedienung: Originalität und ausgesprochene Höflichkeit!

 


Die Gefängnisse der Hölle "LARI"

 Das Schloß der 'Vicari di Lari'. Das Schloß wurde im frühen Mittelalter erbaut, wahrscheinlich schon zur Zeit der Longobarden. Trotz vieler Zerstörung und Wiederaufbau in den vergangenen Jahrhunderten, zeigt der Palast bis heute, die Charakteristik seiner antiken Funktion und Macht im Zentrum des Valdarno Gebietes. Der zentrale Hauptbau des Schlosses ist der sogenannte Palast, die Kanzlei. Sie zeigt auf der Fassade 92 Wappen, hinterlassen von den einstmals dort lebenden Familien der Vicari. Im Inneren des Schlosses, außer der Kanzlei und der Wohnung des Kanzlers, befindet sich der Gerichtssaal und der finstere, antike Gefängnistrakt, genannt: die Hölle! Während der Zeit der Inquisition fanden zahlreiche Prozesse, vor allem Foltern statt, um den Gefangenen Geständnisse zu erpressen. Bekannt ist die Geschichte der Gostanza da Libbiano, einer verwitweten Hebamme, die im Jahre 1594 vom Franziskaner Mönch, Mario Porcacchi da Castiglione, wegen Hexerei angeklagt wurde. Es wird erzählt, daß diese Unglückliche, unter der Folter mit dem Strick, (damals eine häufig angewandte Folter methode, bei der man die Hände hinter dem Rücken mit einem Strick festband, ein zweites wurde unter den Armen hindurch geschlungen und an einem Flaschenzug befestigt, der wiederholt in Bewegung gesetzt wurde, so daß dem Gefolterten die Schultern aus den Gelenken sprangen, ganz besonders schmerzhaft, wenn die Füße noch mit Gewichten beschwert waren) ein Geständnis ablegte. Dieses traurige Drama inspirierte den Regisseur Paolo Benvenuti zu seinem Film: 'Gostanza da Libbiano' (2000). Im Hof des Schlosses der Vicari, steht ein kleines Oratorium aus dem 17. Jahrhundert. Das Besondere an diesem Gebäude sind 10 winzige Zellen an den Längsseiten, in diese wurden die Gefangenen gebracht, damit sie den religiösen Abläufen beiwohnen konnten, und für ihr Seelenheil beten. Die Enge dieser Minizellen waren extra so konstruiert, daß der Gefangene nur in die Richtung des Priesters sehen konnte.

 

9 KM, 13 MINUTEN

 Es lohnt sich einen Halt bei 'J63 Birrificio Toscano' einzulegen. Dieses Lokal befindet sich in Cenaia Vecchia, ein altes Bauernhaus, so restauriert, daß die antike Charakteristik erhalten geblieben ist. Hier bekommt man warme Gerichte oder eine Pizza, dazu ein gutes Bier aus der hauseigenen Brauerei.

 

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Das 'Jerusalem der Val d'Elsa', SAN VIVALDO

Der 'Heilige Berg' des Klosters San Vivaldo besteht heute aus 17 Kapellen (im Originalzustand waren es 34) die sich verstreut in einem beeindruckenden Wald aus Zypressen und Kastanien verstecken. Die Gebäude, in verschiedenen architektonischen Linien errichtet, enthalten jede eine Gruppe von Skulpturen aus Terrakotta, die eine Episode aus dem Leben Christi zeigen. Im Mittelalter, gewann das Pilgern ins 'HeiligeLand' große Wichtigkeit. Die Menschen wollten mit eigenen Augen die Orte sehen, in denen Jesus gelebt, gekreuzigt und wieder auferstand. Die Reise war langwierig und zudem sehr gefahrvoll, weil das Palestina zu der Zeit von den Ottomanen beherrscht wurde. So entstand die Idee, einen Ersatz für die 'Heiligen Stätte' im Occident zu erschaffen. Dem Beispiel des Franzeskaner Ordens folgend, die aus Tradition die Wärter des 'Heiligen Grabes' in Jerusalem waren, machten sich die Mönche von San Vivaldo zu den Behütern des sogenannten 'Jerusalem der Toskana'. Es ist 'Fra Tommaso da Firenze' zu verdanken, daß die kleinen Kapellen in relativ kurzer Zeit, von 1500-1516 erbaut wurden. Der Ort, auch als Jesrusalem des Valdelsa' bekannt, ist mit der Legende des Eremiten Vivaldo Stricchi verbunden. Am 1. Mai 1320 fand ein Jäger im Wald von Camporena (damals bekannt als 'Boscolazzeroni', ein Versteck für viele Verbrecher) die Leiche Vivaldo's in der Höhlung einer riesigen Kastanie. Alle Bewohner des Ortes, nach Erfahren dieses traurigen Ereignisses, holten sich ein Stück dieser Kastanie, wollten sich hiermit eine Reliquie bewahren, und so blieb in kurzer Zeit von dem Baum nichts mehr übrig, als seine Wurzeln. Auf diese wurde zur Ehre des Heiligen, eine kleine Kirche errichtet, in der sich bis heute seine Reliquie befindet.

 

7 KM, 10 MINUTEN

Zu empfehlen 'Antico Forno' di Biagini Lapo er befindet sich im Zentrum von Montaione. Dieser Betrieb bietet seine Erzeugnisse: Pizze, Brot und Kuchen, aus seinem mit Holz geheizten Backofen an.

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Kommentare: 1
  • #1

    Brigitte (Sonntag, 14 Januar 2018 17:27)

    Wunderbar!! :)